ITPC-Modell von Schnotz

Kurzzusammenfassung des Aufsatzes Wolfgang Schnotz: "An Integrated Model of Text and Picture Comprehension" (in Mayer, Richard E. (Hg.) (2005): The Cambridge handbook of multimedia learning. Cambridge. Cambridge Univ. Press. S. 49-67)

Schnotz stellt das ITPC-Modell vor. Er verbindet darin verschiedene andere Modelle und kognitionspsychologische Konzepte und geht (nach eigenen Aussagen) darüber hinaus:

"The idea of two representational channels and of multiple sensory channels of limited capacity and the idea of a cognitive architecture including multi0ple memory systems will ... be combined into an integrative model of text and picture comprehension. More specifically, the model integrates the concepts of multiple memory systems (Atkinson ...), working memory (Baddeley, 1986 ...), and dual coding (Paivio, 1986). It furthermore integrates the idea of multiple mental representations in text comprehension and in picture comprehension (... van Dijk & Kintsch, 1983). It also integrates ideas from the cognitive theory of multimedia learning (CTML) of Mayer ... and from the model of text and picture comprehension of Schnotz and Bannert ..." (56)

Repräsentationen/Abbildungen in der realen Welt ("External ... Representations")

  1. "descriptive representations" = Symbole = arbiträr, konventional (s.a. Peirce), keine Ähnlichkeit zu bezeichnetem Ding.
  2. "depictive representations" = Icons = Analogie zu abgebildetem Ding
  3. (52f)

Mentale Repräsentationen ("Internal" oder "Mental Representations")

1. Lesen von Texten Drei mentale Repräsentationsformen: "text-surface" (Oberflächenstruktur), propositionale Repräsentation, mentales Modell (wohl hierarchisch angeordnet, sagt er an dieser Stelle nicht explizit). 2. Beschäftigung mit Bildern Erste Stufe: "perceptual representation" (=bildliche Vorstellung, Abbild), danach zweite Stufe: Konstruktion eines mentalen Modells. Von diesem mentalen Modell können INformationen abgelesen und als Propositionen "encoded" (53) (meint er nicht eher decoded??) werden. Also grundlegende Unterscheidung zwischen "descriptive" und "depictive" (beschreibende und bildliche) Repräsentationen:

Schnotz/Bannert, ähnlich Paivio: Zweikanalmodell

In diesen dual coding Modellen werden wie oben ein sprachliches und ein nicht sprachliches System unterschieden (54). Das impliziert, dass die Gleichzeitigkeit von optischer Text- und Bilddarbietung für den Lernprozess immer konstruktiv ist (s.a. 62).

Schnotz: ITPC-Modell (56)

Schnotz erweitert dieses Modell, indem er die Prozesse auf die verschiedenen Stufen des Gedächtnisses ("multiple memory systems", 55) verteilt. Damit entfällt die Beschränkung auf die zwei Repräsentationstypen, sie wird erweitert um "multiple sensory channels" (nämlich die Eingangskanäle: Auge/Ohr). Außerdem wird der Einfluss des Langzeitgedächtnisses berücksichtigt.

ITPC-Modell von Wolfgang Schnotz
Schnotz: ITPC-Modell

Folgende grundlegende Annahmen

  1. "Verbale" Informationen (geschriebene oder gesprochene Texte) und "bildliche" Informationen (Bilder, "auditory pictures" (57), Geräusche) werden durch unterschiedliche Kanaäle ins Arbeitsgedächtnis geleitet: visual channel und auditory channel. (Hier ist die sinnliche Ebene gemeint: Außernwahrnehmung -> Gehirn/Arbeitsgedächtnis.
  2. Die weitere Verarbeitung findet in zwei anderen Kanälen ("two different representational channels:" (57) statt: verbal channel, pictorial channel. (Hier ist die mentale Verarbeitung in propositionale Strukturen oder ein mentales Modell gemeint)

Grundsätzlich - so Schnotz - wird dieses Modell durch die vorliegenden empirischen Studien gestützt, z.B.

Folgerungen für das Design von Lernumgebungen

Eine multimediale Lernumgebung muss nach folgenden Prinzipien gestaltet sein (65):

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