Bildrhetorik / Sprechakttheorie und Bilder

Selektive Zusammenfassung von Klaus Sachs-Hombach, Jörg R. J. Schirra: Darstellungsstil als bild-rhetorische Kategorie. Einige Vorüberlegungen, in Bild-Stil: Strukturierung der Bildinformation (Themenheft zu IMAGE 3), 15.01.2006 AUs dem deutschen Abstract:

Werden Bilder (oder zumindest Bildklassen) als Zeichensystem verstanden, dann liegt es nahe, sie (analog zur Sprechakttheorie) in Zeichenhandlungen eingebettet zu beschreiben. Sie haben dann auch eine illokutionäre Funktion und dienen etwa dazu, vor etwas zu warnen, über etwas zu informieren oder zu etwas aufzufordern. Allerdings besitzen Bilder zahlreiche Besonderheiten, die einer einfachen Übertragung sprechakttheoretischer Kategorien entgegenstehen.

Bilder prägen unsere Meinungen, denn sie "bewirken" etwas in uns, ähnlich der Rhetorik (siehe Punkt 2), z.B. Mohammed-Karikatur (BM).

Unterscheidung: Bildkommunikation oder sprachliche Kommunikation?

sprachliche Kommunikation: Bild wird zur Illustration sprachlich vorgegebener Sachverhalte verwendet. Bildkommunikation: Bild wird ohne jeden sprachlichen Bezug verwendet (am ehesten in dern Werken moderne Bildkunst) Dabei gibt es v.a. Mischformen, da NUR-Bilder häufig im Kontext sprachlichen Diskurses gezeigt werden (z.B. sakrale Kunst) bzw. das Bild, das zur Veranschaulichung des sprachlichen Kontexts dient, häufig auch in "Eigenleben" (BM) hat bzw. zusätzliche Verständnisdimensionen generiert.

Wenn der Rhetorikbegriff entsprechend weit gefasst wird, besagt die Rede von einer Bildrhetorik also, dass Bilder innerhalb kommunikativer Zusammenhänge kraft ihrer visuellen Eigenschaften bzw. ihrer visuellen Gestaltung persuasive Funktionen übernehmen können. Die konkrete Aufgabe einer Bildrhetorik liegt dann in der Erfassung der jeweiligen Gestaltungsmittel ...
Unterschiedlicher Darstellungsstil = unterschiedliche Wirkung (IMAGE 3)
Während nämlich die Darstellungsspielarten a und b bei der Präsentation den Klienten eines Architekturbüros gegenüber als abgeschlossen und unabänderlich wirken, signalisiert die flüchtige Skizze die Vorläufigkeit des Entwurfs. Ein Architekt kann also durch geschickte Wahl des Darstellungsstils entweder seine Autorität über die Entwurfsentscheidungen herausstreichen. Oder aber er kann den designerischen Entwicklungsprozess als wesentlich offener erscheinen lassen und so versuchen, seine Klienten stärker darin einzubeziehen. Weil zur Vermittlung des Bildinhaltes in der Regel recht abstrakte Darstellungsformen hinreichend sind, kann der Darstellungsstil also genutzt werden, um die jeweiligen kommunikativen Absichten manifest zu machen. Folglich dient der Stil, terminologisch gesprochen, als illokutionärer Indikator ...
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