Der eigene Stil kann nur verbessert werden, wenn man ein Stilgefühl entwickelt hat. Dies kann gefördert werden durch die Beschäftigung mit guten oder schlechten Formulierungen.
Allerdings gelten seit der kommunikativen Wende nicht mehr generelle Stilvorstellungen mit normativem Anspruch; die Schreibdidaktik soll vielmehr die Schreiber befähigen,
möglichst vielfältigen stilistischen Anforderungen unterschiedlicher Schreibsituationen und Textsorten gewachsen zu sein und eigenständig Formulierungsentscheidungen treffen zu können. [..] Dennoch muss man sich fragen, ob nicht doch generelle stilistische Empfehlungen mit konkreten Beispielen und spezifische stilistische Übungen für Schüler nützlich wären. (Steinig/Huneke 22004:120)
Problematisch ist dabei die Praxis des Deutschunterrichts: Deutschlehrer befördern einen schwülstigen, pseudointellektuellen Stil. Spontane und personale Schreibhaltungen ("Parlando", Sieber 1998), werden gundsätzlich als schriftsprachliches Defizit/Kulturverfall gewertet.
Wichtig ist also im Deutschunterricht, dass die Schüler lernen, stilistische Entscheidungen bewusst zu treffen. Dazu müssen für unterschiedliche Schreibsituationen Alternativen verfügbar sein.