Korrektur von Schülertexten

Die Korrektur von Schülertexten hat zwei Grundfunktionen:

  1. Leistungsüberprüfung/Leistungsmessung;
  2. Förderung.

Die leistungsmessende Korrektur (die eine gerechte Note sucht) konfligiert mit der fördernden Korrektur, die den Schüler befähigen soll, seine Schreibleistung zu verbessern.

Korrektur zur Leistungsmessung

Grundsätzlich gelten drei Kriterien, auf deren Grundlage Benotung (transparent) entwickelt wird:

  1. Inhalt, Gehalt, Quantität und Qualität der Gedanken und Argumente
  2. Ausdruck, Stil, Textgestaltung
  3. Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung

(plus: äußere Form, Schriftbild) Mögliche Aufteilung: 50% Inhalt, 30% Ausdruck, 20% Rechtschreibung/Grammatik

[bearbeiten] Korrektur zur Förderung

Rückmeldung, die der Förderung dient, kann am besten ohne Notendruck erfolgen (Schreibwerksatt).

Zwischen Schreiber und Leser entsteht ... ein produktiver Dialog, wenn der Leser möglichst authentisch seine Eindrücke beim Lesen beschreibt und darzustellen versucht, warum einzelne Formulierungen oder der Text als Ganzes eine bestimmte Wirkung bei ihm ausgelöst haben ... Distanziert urteilende Kommentare, die lediglich auf Positives oder Negatives hinweisen, sind für Schüler nur wenig hilfreich ... (Steinig/Huneke 22004:125)

Grundsätzich sollte man bei der Korrektur von den Fähigkeiten und den damit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten des Schreibers ausgehen - nicht von den Defiziten. Durch die Aufzählung von Defiziten können Potenziale nicht gefördert werden. Besonders förderlich ist auch die Beurteilung der längerfristigen Schreibentwicklung.

In der Schreibdidaktik spielen Überarbeitungsphasen eine immer größere Rolle; so sollte der Deutschlehrer nicht nur eine endgültige Endfassung bewerten, sondern auch Entwürfe und die darin ersichtliche Entwicklung.

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