PISA als 'Zeitenwende' (Maiwald)

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PISA ist für Maiwald (2004) eine "Zeitenwende", da informatorisches Lesen/Sachtexte und nicht-kontinuierliche Texte in den Fokus rücken.

PISA sagt wenig über Unterricht, und doch könnte PISA für die Deutschdidaktik und den Deutschunterricht dort eine kleine Zeitenwende werden, wo seit langem der Umgang mit literarischen Texten dominiert. Wenn die ästhetische Kommunikation mit poetischen Schrifttexten bislang der Inbegriff schulischen Lesens gewesen ist, so hat PISA daran mehrfach gerüttelt: Erstens ging es um einen funktionalistischen Lesebegriff, also um informatorisches Lesen als Basiskompetenz für die Teilhabe eines Individuums in modernen Gesellschaften. Demgemäß rückten zweitens Sachtexte stärker in den Blick. Drittens erfolgte eine Erweiterung traditioneller Textauffassungen, indem neben die kontinuierlichen ein Anteil von gut einem Drittel "nicht- kontinuierlicher" Texte mit graphischen und visuellen Anteilen trat. Vor allem aber hat PISA machtvoll den Anspruch genährt, dass Lesekompetenzen sich sichtbar und messbar zeigen können müssen.

Maiwald, Klaus (2004): Neue Kleider für den Kaiser, oder alte Hüte? Zur schwierigen Verwebung von Textverstehen und Testaufgaben. In: Köster, Juliane; Lütgert, Will; Creutzburg, Jürgen (Hg.): Aufgabenkultur und Lesekompetenz. Deutschdidaktische Positionen. Frankfurt am Main: Lang, S. 43–50, hier S. 43

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