Artelt, Cordula; McElvany, Nele u.a. (2005): Förderung von Lesekompetenz. Expertise. Bonn, Berlin: Helmut Langer (Reihe Bildungsreform, 17), 13-15
Vorwissen
- Vorwissen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für angemessenes Verständnis schriftlicher Texte
- zentraler Punkt: vorwissensgestützte Inferenzen (Schlussfolgerungen), z.B. referenzielle Brückeninferenzen (Mary took the picnic supplies out of the car - the beer was warm) oder Rekonstruktion von Prämissen (D schüttete Wasser auf das Feuer - das Feuer ging aus -:> Rekonstruktion der Prämisse "Wasser löscht Feuer")
- Textinformation und Vorwissen werden zu einer angemessenen Repräsentation der im Text beschriebenen Sachverhalte integriert -> Situationsmodell
Wissen über Textmerkmale
"[...] Textsorten weisen Regelhaftigkeit hinsichtlich Aufbau und Struktur auf." -> wer Textsorte (Struktur/Aufbau) kennt, kann vorstrukturieren = entlasten
Lexikalischer Zugriff
[gemeint: Zuordnung "Bedeutungen zu visuell wahrgenommenen Buchstabenfolgen"
Wortschatz
- Signifikanter Zusammenhang zwischen Wortschatz und Lesefähigkeit, unklar: besteht Kausalzusammenhang?
- Entscheidend für den Erfolg von Wortschatztrainings: breites, leicht zugängliches und kontextübergreifendes Wissen über Wortbedeutngen muss vermittelt werden; Auswendiglernen von Definitionen hat keinen Erfolg
- Wechselwirkung: Wortschatz - Lesefähigkeit (=je größer Wortschatz desto höhere Lesekompetenz)
- Interventionsmöglichkeiten: Textgestaltungsmaßnahmen (Redundanz bedeutungsrelevanter Informationen, Abbildungen , Wortwiederholungen ...) fördern Wortschatz; Wortschatztrainings für Schüler mit geringem Wortschatz; in das Lesetraining Elemente integrieren, die auf den Erwerb von Wortbedeutungen aus dem Kontext schriftlicher Elemente zugeschnitten sind.
Lesemotivation
Def.:
"Die aktuelle Lesemotivation einer Person bezeichnet das Ausmaß des Wunsches oder der Absicht, in einer bestimmten Situation einen spezifischen Text zu lesen." 19
Unterschied: Intrinsisch/extrinsische Motivation
intrinsische: "Bereitschaft, eine Aktivität durchzuführen, weil die Aktivität für sich selbst befriedigende bzw. belohnend ist" (19)
extrinsisch: "Extrinsisch motivierte Handlungen sind durch Ereignisse motiviert, die als Folgen einer Handlung erwartet werden" (19)
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Lesemotivation beeinflusst "zentrale Merkmale des Leseverhaltens" (20): also Zusammenhang Lesemotivation - Lesekompetenz
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