Analyse von Leseprozessen - Schmid-Barkow

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Auszug aus Schmid-Barkow, Ingrid (2002): Bemerkenswert verschmurmelte Artegenossen. Eine empirische Studie zur Diagnose von Lesestrategien und Leseschwierigkeiten bei Hauptschülern und Hauptschülerinnen. In: Kammler, Clemens; Knapp, Werner (Hg.): Empirische Unterrichtsforschung und Deutschdidaktik. Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren. Diskussionsforum Deutsch, S. 170–185.

Ziel der Einzelfallstudien war zu untersuchen, welcher Art die Leseschwierigkeiten dieser Schüler sind: ob sie Schwierigkeiten beim Worterkennen zeigen, welche Zugriffsweisen sie erkennbar nutzen oder auf welcher Ebene der sprachlichen Verarbeitung sich die Leseschwierigkeiten festmachen lassen. Problematisch an dieser Form der Leseprozessanalyse ist, dass die Strategien nur anhand von Verlesungen beim lauten Lesen erkennbar sind, die Interpretation bezieht sich somit allein auf beobachtbare Auffälligkeiten beim lauten Reproduzieren eines Textes, d.h. die "Fehler" werden wie bei Schreibanalysen als Fenster für die kognitiven Prozesse und das sprachliche Wissen der Schüler genutzt. Außerdem wird damit wie bei jeder qualitativen Fehleranalyse die deskriptive Ebene verlassen und einer interpretativen Verfahrensweise Vorschub geleistet. (176)
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