Notwendigkeit und Erfolg früher Förderung

Schriftlichkeit wird in unserer Gesellschaft große Bedeutung beigemessen. Dies hat zur Folge, dass Schülerinnen und Schüler mit Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechtschreibens in ihrer gesamten Lernentwicklung behindert werden. (Deneke 2007:1)

Unter allen Schulabgängern befinden sich nach Kretschmann et al. 1990 (zit. nach Deneke 2007:2) 4-5 Prozent funktionale Analphabeten1. Bei einem überwiegenden Großteil dieser Personen waren gravierende Lese- und Schreibprobleme in den ersten beiden Grundschuljahren festzustellen. Das zeigt die Notwendigkeit der Frühförderung.

Erfolgsquote (Torgesen 2008:30)

Funktionierende Präventionsmaßnahmen für Lesestörungen existieren heute nicht:

  1. In den 90ern wurden mehrere Interventionsstudein durchgeführt, in denen ein breites Spektrum an Fördermaßnahmen angewendet wurden (Einzelunterricht, Kleingruppen, ganze Klassen, 88-340 Unterrichtsstunden). Diese Interventionen waren bei 2-6% der Gesamtpopulation unwirksam.
  2. Selbst Kinder, die auf Frühförderung gut angesprachen, benötigten zu einem späteren Zeitpunkt weitere Interventionen, um die normale Entwicklung der Lesefähigkeit aufrecht zu erhalten. "So haben z.B. Folgestudien mit Kindern, die als Erstklässler erfolgreich das weit verbreitete Reading Recovery-Programm (Leseaufholprogramm) absolviert hatten, gezeigt, dass ein beträchtlicher Teil von ihnen in der Leseentwicklung wieder zurückfällt oder zu einem späteren Zeitpunkt in der Grundschule spezielle Leseinterventionen benötigt ..." (Torgesen 2008:30).

 


1 Definition "funktionaler Analphabet": ein Mensch, dessen schriftsprachliche Leistungen nicht den gesellschaftlichen Anforderungen genügt

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