LRS - didaktische Aspekte

Die Zahl möglicher Fördermethoden für die Arbeit mit schlechten Lesern und Schreibern ist Legion; 

Auszugehen ist jedoch von der These, dass insbesondere Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufgrund fehlender literaler Erfahrungen im Kontext Schule die subjektive Bedeutsamkeit des Lerngegenstands Schrift kenenn lernen müssen, um neue Impulse für den Lernprozess zu erhalten (vgl. Nicekl 2000, 13). Eine reine Vermittlung der technischen schriftsprachlichen Fertigkeiten vernachlässigt die für den Lernprozess bedeutsamen Interessen der Schüler. (Deneke 2007:5)

Damit ist der Lebensweltbezug und der Bezug zu eigenen Erfahrungen mit Schrift unabdingbar: Schriftlichkeit muss (vor allem für die problematischen SchülerInnen) subjektiv Bedeutung erhalten. Versuche in diese Richtung sind die zahlreichen Hiphop-Projekte im Deutschunterricht, ebenso Freies Schreiben oder der Einsatz von Blogs. (siehe auch: Schreibdidaktik -> Orientierung am Schreiber).

Dies deckt sich auch mit den Forschungsergebnissen zum Schriftspracherwerb: Beim Schriftsprachlernen konstruieren die Lernen den Lerngegenstand auf Grundlage eigener Auseinandersetzung, stellen eigene Theorien auf, die sie erweitern, strukturieren und verändern. Neben den expliziten Regeln (auf sprachstruktureller Ebene) gibt es implizite Regeln, die auf den Kontext verweisen, in dem Schrift Verwendung findet (--> individuelle Konstruktionen des Schriftgebrauchs). Damit wird das Schriftsprachlernen zu einem aktiven, individuellen Prozess, bei dem Vorwissen und Erfahrungen der Schüler unabdingbar sind.

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