Klassifikation
Diagnostik von LRS beruht auf 2 Kriterien (kombiniert):
- Diskrepanzkriterium: Differenz der Lese-/Rechtschreibleistung muss zur Intelligenz zwei Standardabweichungen betragen.
- Lese-/Rechtschreibleistung muss deutlich unter dem Durchschnitt (Prozentrang 10) liegen.. Dabei wird ein Intelligenzquotient von mindestens 70 (manchmal auch 85) gefordert.
Männer sind 2-4 Mal häufiger Betroffen als Frauen.
Kernsymptome
A) Lesestörungen bestehen in:
- Buchstaben können nicht korrekt benannt werden (frühes Entwicklungsstadium des Schriftspracherwerbs)
- langsames Lesetempo (Wörter müssen immer wieder Buchstabe für Buchstabe erlesen werden)
- eingeschränktes Sinnverständnis
- Lesefehler: Auslassen, Ersetzen, Verdrehungen oder Hinzufügung von Worten/Wortteilen
Nach PH Heidelberg, Was ist eine LRS? :
- Niedrige und häufig stockende Lesegeschwindigkeit
- Verlieren der Zeile im Text
- Auslassen, Vertauschen, Hinzufügen und/oder Ersetzungen von Wörtern, Silben oder einzelnen Buchstaben.
- Unzureichende Wiedergabe bzw. Interpretation des Gelesenen
B) Schreibstörungen bestehen in:
- Fehler in der phonologischen Genauigkeit (Beginn des Schreibenlernens), z.B.: Verdrehung visuell identischer Buchstaben (b-d, n-u, p-q), Reihenfolgefehler ("dei" statt "die"), Buchstabenauslassungen ("ach" statt "auch"), Einfügen falscher Buchstaben ("Artzt" statt "Arzt"), Wahrnehmungsfehler (z.B: harte vs. weiche Konsonanten)
- Regelfehler
- Dasselbe Wort kann immer wieder in unterschiedlicher Weise falsch geschrieben werden (Fehlerinkonstanz)
Nach PH Heidelberg, Was ist eine LRS? :
- Hohe Fehlerzahl bei ungeübten Diktaten und abgeschriebenen Texten.
- Buchstabenverdrehungen, Reihenfolgen- und Regelfehler, Auslassungen
- Wörter werden teilweise fragmenthaft, im selben Text häufig auch mehrfach unterschiedlich falsch geschrieben (Inversionen, Reversionen, Wortruinen).
- Grammatik- und Interpunktionsfehler und oft eine unleserliche Handschrift.